Daten & Methodik
Woher die Umfragen kommen
Alle Umfragewerte stammen aus der Datenbank von DAWUM, die die Sonntagsfragen aller relevanten deutschen Institute sammelt — Allensbach, Forsa, Forschungsgruppe Wahlen, INSA, Infratest dimap, Ipsos, Verian, YouGov und weitere. DAWUM stellt den kompletten Bestand als offene Schnittstelle bereit, lizenziert unter der ODC Open Database License.
Das ist der Grund, warum diese Seite DAWUM nutzt und nicht etwa wahlrecht.de abgreift: die Daten sind ausdrücklich zur Weiterverwendung freigegeben. Aus derselben Überlegung ist die API dieser Seite ebenfalls offen und steht unter derselben Lizenz.
Wie oft aktualisiert wird
Diese Seite fragt zweimal pro Stunde bei DAWUM nach, jeweils um :07 und :37, dazu einmal bei jedem Neustart. Übertragen wird dabei fast immer nichts: geprüft wird zuerst ein 39 Byte großer Zeitstempel, und nur wenn der sich geändert hat, wird der eigentliche Datenbestand geholt. DAWUM selbst aktualisiert mehrmals täglich — zwischen zwei neuen Umfragen liegen also oft Stunden, in denen es schlicht nichts Neues gibt.
- Aktuell geladen: 3951 Umfragen
- Stand der Quelle:
2026-09-16T20:11:55+02:00 - Zuletzt bei DAWUM nachgefragt: 17.9.2026, 01:07 Uhr (gerade eben)
- Zuletzt tatsächlich neue Daten übernommen: 16.9.2026, 20:37 Uhr (vor 4 Stunden)
Dass die beiden Zeitpunkte auseinanderliegen, ist der Normalfall und kein Fehler — es heißt nur, dass seit dem letzten Import bei DAWUM nichts Neues erschienen ist.
Wie die Kurven entstehen
Eine einzelne Umfrage ist eine Momentaufnahme mit einer Fehlerspanne von typischerweise zwei bis drei Punkten. Wer jede neue Zahl für sich nimmt, liest vor allem Rauschen. Deshalb zeigt diese Seite die Rohwerte nur auf Wunsch und ansonsten eine geglättete Kurve.
Verfahren: ein Gauß-gewichteter gleitender Durchschnitt. Für jeden
Tag der Kurve geht jede Umfrage mit dem Gewicht
exp(−0,5 · ((t − t_umfrage) / σ)²) ein, mit
σ = 10.0 Tagen. Umfragen, die weiter als 3 σ
entfernt liegen, zählen nicht mehr mit; wo im Fenster zu wenig Daten
liegen, bricht die Kurve ab, statt zu raten.
Kein LOESS, keine Modellierung: der Gauß-Kernel lässt sich in einem Satz erklären und nachrechnen. Bei Wahlumfragen ist das mehr wert als der letzte Prozentpunkt Anpassungsgüte.
Jede Umfrage wird auf die Mitte ihres Erhebungszeitraums datiert, nicht auf den Veröffentlichungstag. Eine Umfrage, die vom 1. bis 14. erhoben und am 21. veröffentlicht wird, beschreibt die Stimmung um den 7. — sie später einzuordnen verschiebt den gesamten Verlauf nach hinten.
Sitzprojektion und Koalitionen
Die Sitzverteilung rechnet den geglätteten Stand nach Sainte-Laguë/Schepers auf die reguläre Größe des jeweiligen Parlaments um, nachdem die Prozenthürde angewendet wurde — in der Regel die 5-%-Hürde (juristisch: Sperrklausel). Der SSW in Schleswig-Holstein ist als Minderheitenpartei davon befreit, bei der Europawahl gilt in Deutschland gar keine.
Was bewusst nicht modelliert wird: Überhang- und Ausgleichsmandate, Direktmandate und die Grundmandatsklausel. Aus einem landesweiten Prozentwert lassen die sich nicht ableiten. Die Projektion ist deshalb eine Näherung, keine Sitzvorhersage.
Der Koalitionsrechner listet alle Bündnisse mit rechnerischer Mehrheit, bei denen kein Partner überflüssig ist, unter ihren gängigen Namen. Zwei Abweichungen von der reinen Arithmetik: Bündnisse von SPD, Grünen oder Linken mit der AfD fehlen grundsätzlich. Bündnisse mit der AfD und Bündnisse aus Union und Linke werden gerechnet, sind aber hinter zwei Schaltern („Brandmauer gegen die AfD", „Unvereinbarkeitsbeschluss gegen die Linke") standardmäßig ausgeblendet. Darüber hinaus wird nicht bewertet, wer mit wem koalieren will.
Institutsvergleich
Für jedes Institut und jede Partei wird die mittlere Abweichung vom geglätteten Konsens berechnet — und zwar von einem Konsens, in den die eigenen Umfragen des Instituts nicht eingehen. Sonst würde ein Institut, das besonders oft misst, seinen eigenen Vergleichsmaßstab setzen.
Solche Abweichungen sind normal und meist methodisch begründet (Erhebungsart, Gewichtung, Behandlung von Unentschlossenen). Sie sind kein Vorwurf, aber sie erklären, warum zwei Umfragen derselben Woche unterschiedlich ausfallen können.
Welche Wahl vorne steht
Die Startseite zeigt automatisch das gerade interessanteste Parlament: steht innerhalb von 21 Tagen eine Wahl an, ist es diese; liegt eine Wahl weniger als 7 Tage zurück, ebenfalls; sonst der Bundestag. Termine, die noch nicht amtlich bekanntgegeben sind, lösen das bewusst nicht aus.
Wahlabend
Am Wahltag schaltet die Seite des betroffenen Parlaments ab 18 Uhr in den Wahlabend-Modus: oben stehen dann die 18-Uhr-Prognose, die Hochrechnungen und der Stand der Auszählung, darunter wie gewohnt die Umfragen. Der Block lädt sich im Minutentakt nach und bleibt so lange oben, bis das amtliche Endergebnis eingetragen ist. Danach wandert er nach unten und bleibt dauerhaft nachlesbar — mit dem kompletten Verlauf des Abends.
Die Stände kommen aus zwei Richtungen: die Landeswahlleitungen veröffentlichen ihre Zwischen- und vorläufigen Ergebnisse als CSV, die diese Seite jede Minute abfragt (höflich: nur, wenn sich die Datei geändert hat). Prognosen und Hochrechnungen von ARD (infratest dimap) und ZDF (Forschungsgruppe Wahlen) gibt es nirgends maschinenlesbar; die werden von Hand eingetragen, mit Uhrzeit und Quelle.
Was die Begriffe bedeuten: Die Prognose um 18 Uhr beruht auf Nachwahlbefragungen, nicht auf ausgezählten Stimmen. Eine Hochrechnung rechnet bereits ausgezählte Stimmbezirke auf das Land hoch und wird über den Abend genauer. Der Auszählungsstand ist das, was die Landeswahlleitung tatsächlich gezählt hat — früh am Abend noch verzerrt, weil kleine Gemeinden schneller fertig sind als Städte. Das vorläufige Ergebnis liegt vor, wenn alle Wahlbezirke gemeldet haben, meist nach Mitternacht. Amtlich wird es erst mit der Feststellung durch den Landeswahlausschuss, Wochen später; dann kommt es hier in die Referenzdaten.
Sitze am Wahlabend: nennt die Quelle welche (das vorläufige Ergebnis tut das), werden die gezeigt. Sonst rechnet die Seite die Prozentwerte nach Sainte-Laguë um — als Projektion gekennzeichnet, mit denselben Grenzen wie die Sitzprojektion aus Umfragen. Die Sender haben Direktmandate und Überhänge in ihren Modellen; diese Seite nicht.
Wahltermine und Wahlergebnisse
Die kommen nicht aus DAWUM, sondern sind von Hand aus den amtlichen Quellen gepflegt: der Bundeswahlleiterin sowie den statistischen Landesämtern und Landeswahlleitungen. Jeder Eintrag trägt im Datensatz seine Quelle.
Was diese Seite nicht ist
Keine Prognose. Umfragen messen, wie Menschen heute antworten — nicht, wie sie am Wahltag abstimmen. Der geglättete Verlauf macht Bewegungen sichtbar, er verlängert sie nicht in die Zukunft.